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Das langsame Sterben der Kirchenmäuse
Es gibt die Kirchenmäuse auch im Jahr 2015 noch. Wir starten mit immerhin 5 Kindern, wobei 3 davon inzwischen heftig zu Teenagern mutieren. Klein und süß war gestern, heute sind sie "und".
Aber die 5 sind voll motiviert und nachdem in der Selzerbachschule mal wieder ein Musicalprojekt erfolgreich durchgeführt wurde, sind tatsächlich wieder Neue dazugekommen. Und die können sogar singen. Das ist heute ja auch nicht mehr selbstverständlich. Heute lässt man singen oder lässt sich berieseln. Bei den Kirchenmäusen ist die Musik immer noch live gesungen und die Playbacks sind (meistens) selbstgemacht. Die "Neuen" lernen fleißig die Texte, genießen es aber durchaus auch, statt zu proben das nahegelegene Eiscafé zu unterstützen. Auf das neue Programm darf man sich freuen. Im September geht es kurz nach den Sommerferien gleich wieder richtg los.
Nach den Sommerferien kamen mal wieder einige Kinder in die fünfte Klasse. Die wöchentliche Belastung stieg und da für Kinder das Singen außerhalb des Schulchores für die Eltern keinen großen Wert hat erklärten von den fünf verbliebenen Mäusen drei dass sie sich zukünftig um die Schule kümmern müssten. Für schulfremde Hobbies sei da erst mal kein Platz mehr.
So stellte der Chorleiter mit tränenden Augen am 15. November 2015 die Arbeit mit den Kirchenmäusen vorübergehend ein.
2016
"Am Ende wird alles gut - und wenn es nicht gut ist, ist es auch nicht das Ende"
Im November 2016 begann Chorleiter Gerhard Radgen zusammen mit Susanne Jantosch und Hubert Reuter einen Projektkinderchor für "Pro Musica" aufzubauen, mit denen er auch an Weihnachten 2016 einen Auftritt hatte. Da aber die Rahmenbedngungen bezgl. Repertoire und Leitungsstil nicht unbedingt seinen Vorstellungen entsprachen verabschiedete er sich nach Abschluss des Projektes wieder von "Pro Musica" und dem Projektkinderchor. Gleichwohl merkte er, dass es bei Kindern wieder ein Interesse am Gesang AUSSERHALB von Schule gibt.
2017 - Das Ende
Am 9. Februar 2017 gab es daher einen Neustart der Kirchenmäuse und zur ersten Probe waren immerhin 10 Kinder dabei.
Parallelen zu den Anfängen der Kirchenmäuse gab es auch, denn einige Pfarrer fragten allen Ernstes, wofür man denn diese Gruppe noch brauche. Es ist immer noch befremdlich, wenn ein Pfarrer oder ein Dekan fragen, wozu man eine Kindergruppe in der Kirchengemeinde brauche und ob und wofür das wirklich nötig wäre. (An solche Dinge gewöhnt man sich nicht, obwohl das seit 1988 in regelmäßigen Abständen immer wieder von Pfarrern gefragt wird)
Ich kann nur sagen:
Ja, es ist nötig!!! Wir proben Lieder aus dem Musical "Biblisch" welches wir 2011 schon einmal aufgeführt haben. Eine Kostprobe daraus konnten die Besucher des Weinfestes der Chorgemeinschaft Rendel am 18.6.2017 erleben. Hier zeigte sich, dass Kinder singen wollen und das auch mit großer Begeisterung und Disziplin tun. Auch den Besuchern des Weinfestes hat unser christliches Programm gefallen. (Ein Pfarrer war, wie gewohnt, allerdings nicht dabei.)
Es wurde Lebendiger Glaube auf einem säkularen Fest präsentiert - sozusagen Kirche in der Welt.
Nach den Somerferien geht es weiter!
Leider machte uns der Schulstress der Kinder erneut wieder zu schaffen und für die Eltern ist das Singen in einem nicht schulischen Chor anscheinend nicht wichtig.
Die Lebenserfahrungen, die Kinder in einer Singruppe machen sind anscheinend unwichtiger als Lexikonwissen. Soziales Lernen findet nicht statt. Im November habe ich daher die Arbeit der Kirchenmäuse endgültig beendet.
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